Die Monochloressigsäure wird im kontinuierlichen Darstellungsverfahren gewonnen. Die erste Darstellungsphase ist die Chlorierung von Essigsäure. Der nächste Schritt ist die Hydrierung, bei der der größte Teil der Dichloressigsäure (DCAA) entfernt wird. Die dritte Phase, die über die Höchstqualität des Endprodukts entscheidet, ist die Kristallisation. Infolge dieses Prozesses gewinnt man aus der MCAA HP (500 ppm DCAA) einen hochreinen Stoff mit einem DCAA-Gehalt von weniger als 90 ppm.
Die MCAA ist eines der wichtigsten Halberzeugnisse in der Chemieindustrie und wird dank ihrer hohen Reaktionsfähigkeit bei zahlreichen organischen Syntheseprozessen verwendet. Eine hohe Reaktionsfähigkeit in zahlreichen organischen Reaktionen weisen auch Chlor in α-Position und die Carbonylgruppe auf, indem sie Ester und Amide bilden und vielen möglichen Substitutionsprozessen unterliegen.
Dank ihrer Eigenschaften, vor allem ihrer reaktionsfähigen C-Cl-Bindung, findet die Monochloressigsäure eine breite Anwendung in vielen Industriezweigen. Sie wird u.a. bei der Herstellung von Agrochemikalien, Pflanzenschutz- und Düngemitteln, Kunststoffen, Reinigungsmitteln, Farben und Lacken, Kosmetika und Körperpflegemitteln und in der Zellulose- und Papier-, Pharma-, Lebensmittel- und in der extraktiven Industrie verwendet. Die größten Mengen von Monochloressigsäure werden bei der Herstellung von Carboxymethylcellulose (CMC) verwendet.
Die Monochloressigsäure wird in der Kosmetikindustrie zur Herstellung von Tensiden (Betain), die als Inhaltsstoff von Haarshampoos eingesetzt werden, und von Thioglycolsäure (Haarstyling-Produkte) verwendet.
In der Pharmaindustrie wird es für die Produktion von Ibuprofen, Diclofenac-Natrium, Koffein, Vitaminen (z.B. Vitamin B6), Glycin, Malonaten verwendet. Das Chlorid von Monochloressigsäure, dh. das Derivat dieser Säure, ist Vorläufer von Adrenalin (Epinephrin).
Es ist eine Ausgangsverbindung für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, z.B.: 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure (kurz 2,4-D), Dithiophosphorsäureester (z.B. Dimethoat), Chloracetylchlorid (CAC), Trichloracetylchlorid (TCAC), 2,4,5-Trichlorphenoxyessigsäure (kurz 2,4,5-T), 2-Methyl-4-Phenoxyessigsäure (MCPA), Phosphonate (z.B. Glyphosat).
MCAA wird außerdem zur Produktion von vielen nützlichen chemischen Verbindungen genutzt, z.B. Cumarin, Malonsäure, Mercaptoessigsäure, Aminoessigsäure, Cyanoessigsäure, Chloroacetamide. Es wird in der Chemieindustrie als Halberzeugnis bei der Synthese von Indigo und als Stabilisator bei der Verarbeitung von Polyvinylchlorid eingesetzt.